Reading Challenge: Patrick Süskind – Das Parfum, Hannah Kent – Das Seelenhaus

Patrick Süskind – Das Parfum

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Jahrelang habe ich mich gewehrt gegen dieses Buch. Wir mussten es zwar nicht in der Schule lesen (warum eigentlich, ich wäre froh gewesen), aber nach dem Film hatte ich auch wenig Ambitionen.
Okay der Film hatte Alan Rickman !! Allein das war Grund genug ihn überhaupt zu gucken. Ben Whishaw mochte ich eigentlich noch nie – das ist eins der Vorteile am Buch – man muss den Charakter nicht sehen, wenn man nicht will. Den beschrieben wird er gottlob anders. Ich war auch überrascht, dass das Buch in Wahrheit nur ein Büchlein ist. An den Süskindischen Erzählstil konnte ich mich ja schon mit ‚Die Taube‘ gewöhnen. Zum Inhalt muss ich mich ja wohl nicht auslassen – immerhin haben die meisten das Buch gelesen oder zumindest den Film mal gesehen. Trotz allem finde ich dass sie das Buch auch gut visuell umgesetzt haben. Auch wenn ich finde, dass sie viele Sachen mehr ausgeschmückt und andere (fast) weggelassen haben.
Und ehrlich, den Schluss finde ich immer noch blöd. Bei so etwas scheint mir immer, der Autor hätte einfach keine Lust oder keine Idee mehr gehabt, was er mit seiner Titelfigur anstellen soll – deswegen muss er/sie möglichst schnell und vielleicht auch kreativ über die Klinge springen. Das mag zwar bei Kurzgeschichten irgendwie Sinn machen, aber nach Ü300 Seiten oder 90min Film fühlt man sich a wenig verarscht.
Damit ist auch ein Punkt meiner Reading Challenge abgehakt – Nr. 9 ein Buch, das auch meinem Geburtsjahr stammt. Bin ich jetzt froh, dass ich nicht Gottes Werk und Teufels Beitrag lesen musste,ha! Und ich zähle frecherweise auch noch Nr. 47 ein Buch, was ich in der Schule lesen sollte – da ich ALLE Bücher in der Schule gelesen HABE (auch die, die mir nur vielleicht lesen sollten) könnte ich diesen Punkt sonst nie erfüllen. Also zähle ich es mit, weil Das Parfüm jetzt unter Schullektüre läuft.
Für meine Urlaubslektüre war das eine denkbar gute Wahl. Es war kurz, bekannt und leicht zu lesen. Obwohl – im Vergleich zu Virginia Woolfs Orlando, was ich gleich im Anschluss noch in Italien begonnen habe, ist wahrscheinlich alles leicht und angenehm. Über Orlando schweige ich mich aus.

Mein Buch war übrigens ein Exemplar, dass ich in einem öffentlich Bücherschrank vor ein paar Jahren fand. Recht neuwertig. Allerdings musste ich beim Lesen feststellen, dass irgendein Honk auf den letzten paar Seiten zwei Seiten mit Klebestift zusammengeklebt hat! Bei so etwas bekomme ich Anfälle und eine Menge grauer Haare! Argh! Wer sowas macht, den soll der Blitz beim Scheißen treffen!

Das Parfüm 4 von 5 Sternen

Hannah Kent – Das Seelenhaus

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Eines der wenigen Bücher, die ich tatsächlich noch im Buchladen gefunden und gekauft habe. Tatsächlich war es sogar ein kleiner Kaufrausch an diesem Tag. Was schon was heißen soll und rot im Kalender angestrichen wurde.
Das Buch ist passend zum trüben, arschkalte und unwirklichem Wetter derzeit in Deutschland- ja wir können auch gerade auf Island sein.
Es wird die Geschichte der Agnes Magnúsdóttir erzählt, die als letzte Person überhaupt auf Island hingerichtet wurde. Von Anfang an weiß man also auf was die Geschichte hinaus läuft. Hannah Kent hat einen meisterlichen Erzählstil, der auch durch die deutsche Übersetzung nicht verschandelt wird. Einzig der Originaltitel „Burial Rites“ nach „Das Seelenhaus“ zu ändern…naja verstehe ich nicht wirklich. Es wird zwar kurz im Buch erklärt, woher dieses Begriff kommt – vielleicht soll es poetisch sein, aber es tut nichts zur Handlung. Eigentlich ist die Story durch das bekannte Ende ja bekannt. Man erwartet zwar den großes Knall a la „Aber die war doch unschuldig!!!“ aber der kommt nicht und es ist auch gut so. Gezeigt wird das harte Leben der armen Landbevölkerung in den 1820er Jahren in Island. Ich finde die Personen vielschichtig dargestellt, allerdings nicht alle – da war noch Luft nach oben. Wichtig ist jedoch, dass Agnes eine Stimme bekommt.

Das Seelenhaus – 4 von 5 Sternen
Reading Challenge – Nr 36 based on a true story

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