[Reading Challenge]Jessica Jones, Jonathan Strange & Mr. Norrell

Durch meine diesjährige Teilnahme an National Novel Writing Month (kurz NaNoWriMo – meine Twitterfollower haben gewiss ausreichend die Krise deswegen gekriegt…) war ich etwas, sagen wir, gehemmt beim Buchkonsum. Einerseits der Zeit wegen, andererseits um meinen „Stil“, sofern ich sowas überhaupt besitze, nicht zu versauen.

Vielleicht widmet ich NaNoWriMo noch einen eigenen Blog. Jetzt aber zur Reading Challenge. Ich stelle fest – ich werde einige Punkte daraus nicht bedienen können, weil mir die passenden Bücher dafür fehlen.

Frühstücken wir heute also folgendes ab:
7. a book published this year,
11. a book with bad reviews,
29. a graphic novel

alles erledigt mit dem Amazon-Anfütter-Comic von Marvel’s Jessica Jones #1 von Brian Michael Bendis – gibt’s übrigens umsonst und ist nur 13 Seiten lang.26881232

In den 13 Seiten schaffen sie allerdings, was sie in der Netflix Serie 13 Folgen lang nicht schaffen – Achtung Spoiler – die optische Einbindung von Daredevil – Spoiler Ende.
Der Vorteil beim Comic ist, dass man dieses Aufgebot an Weibern nicht ertragen muss. Eigentlich bin ich immer für den Ausbau starker Frauenrollen besonders im Marvel Universum. Ja, sie kommen sonst zu kurz, das kann niemand abstreiten. Und wenn sie mal vorhanden sind, dann sehr stereotypisch (Black Widow) und oft nervig (Karen bei Daredevil) Einzig für die Darstellung von Night Nurse (Claire Temple in Daredevil und mehr oder weniger neu erfunden dafür) kann ich bisher eine Lanze brechen, weil die Frau genau das sagt, was mir meistens zu selben Zeit durch den Kopf geht. Meistens ein nett verpacktes WTF?
Kurz gesagt bezüglich der Netflix: die Weiber in Jessica Jones gehen mir auf den Sack.
Selbst David Tennant als Killgrave nervt nach einer Weile bei dem Ensemble. Die gingen mir alle so auf die Nüsse, das ich schon laut nach einer Männerquote geschrien habe. Immer dieses „Ach bin ich stark, aber süss. Ich gebe aufs Maul, aber hab mich lieb! Ich saufe mehr als du, aber achte auf die Linie‘ *brech*
Im Comic bleibt einem das netterweise erspart. Klar, auf 13 Seiten ist da auch nicht viel Platz. Deswegen schneidet er auch ganz gut ab bei mir.
Trotzdem hat er schlechte Reviews bei goodreads. Beim deutschen Amazon sowieso, weil sie es nicht fertig kriegen, die Leute darauf hinzuweisen, dass man den Comic besser auf einem Kindle Fire oder Kindle App auf dem Tablet etc. lies und nicht auf einen schwarz-weißen Kindle Voyage wo Comics generell fehl am Platze sind.

 

Jonathan Strange & Mr. Norrell – Susanna Clarke (2004)

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Für die, die lieber die bildliche Umsetzung sehen: Das Buch gibt es als Miniserie mit 7 Folgen produziert von BBC One derzeit bei Amazon Prime Video zu sehen. Ich wollte eigentlich erst das Buch lesen und dann die Serie gucken, aber einen 1.000 Seiter verfrühstücke selbst ich nicht so schnell. Zumal ich hierbei die englische Version nicht empfehlen kann und selbst nach ein paar Kapiteln das deutsche Exemplar ordern musste.

Der Stil liegt irgendwo zwischen Jane Austen (abzüglich der Schmozette) und Charles Dickens (plus ein gewisses Maß an Komplexität) Hinzu kommen die Geschichten in der Geschichte in Form von manchmal unterhaltsamen, manchmal schier unerträglich langen und langweiligen Fußnoten über Bücher und Personen, die gar nicht existieren.

Das ganz Buch ist hochgradig britisch, und wer mit Briten generell nichts anfangen kann, sollte tunlichst die Finger davon lassen. Es geht um Magie, ja, aber auch um Freundschaft und Wahnsinn- alles gebettet in eine alternative Zeitschleife zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es werden reale Ereignisse wie der Krieg gegen Napoleon und die Schlacht von Waterloo mit eingebunden. Aber was in England an sich passiert, ist meist fiktional auch wenn viele historische Personen darin auftauchen.

Wer also die Steifheit des Buches umgehen will und sich primär für den Inhalt interessiert, dem lege ich die Serie ans Herz. Das Buch ist nämlich ein ganz schöner Brocken. Am Anfang hat es Schwierigkeiten in die Gänge zu kommen und auch zwischendrin gibt es hin und wieder ein paar Längen. Als ich dann endlich fast fertig war, war ich trotzdem furchtbar traurig, dass es so enden muss und das es keine Fortsetzung gibt. Der Vergleich hinkt vielleicht, aber es ist, als ob man Harry Potter in ein Buch gepackt hat. Am Anfang: naja, in der Mitte: cool, weiter so und am Ende: oh nein!!! Natürlich ist es nicht unbedingt für Kinder geeignet – es ist einfach ziemlich dunkel und oftmals rau. Außerdem wird nicht nett mit Zauberstäben gezaubert, sondern mit Spucke, Blut und abgeschnittenen Fingern. Außerdem gibt es italienische Zombies, bis um Hals tätowierte Propheten, Crazy Cat Ladies mit dem Schlüssel zum Wahnsinn und modische aber durchgeknallte Elfen.

Susanna Clarke behauptet zwar seit Jahren (seit 2004 wohlgemerkt) an einem Sequel zu arbeiten, aber das glaube ich erst, wenn ich es in den Händen halte.

Und wer ist Schuld daran? Amazon, ja auch. Die Werbung bei Prime war schon massiv, aber es war mal wieder Neil Gaiman! Dieser hat schamlos Werbung für das Buch gemacht. OT Herr Gaiman:

„unquestionably the finest English novel of the fantastic written in the last 70 years“

Ich lass das mal sacken.

Reading Challenge: 27. a book with magic (einer Menge Magic kann ich da sagen)

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