[Reading Challenge]Jessica Jones, Jonathan Strange & Mr. Norrell

Durch meine diesjährige Teilnahme an National Novel Writing Month (kurz NaNoWriMo – meine Twitterfollower haben gewiss ausreichend die Krise deswegen gekriegt…) war ich etwas, sagen wir, gehemmt beim Buchkonsum. Einerseits der Zeit wegen, andererseits um meinen „Stil“, sofern ich sowas überhaupt besitze, nicht zu versauen.

Vielleicht widmet ich NaNoWriMo noch einen eigenen Blog. Jetzt aber zur Reading Challenge. Ich stelle fest – ich werde einige Punkte daraus nicht bedienen können, weil mir die passenden Bücher dafür fehlen.

Frühstücken wir heute also folgendes ab:
7. a book published this year,
11. a book with bad reviews,
29. a graphic novel

alles erledigt mit dem Amazon-Anfütter-Comic von Marvel’s Jessica Jones #1 von Brian Michael Bendis – gibt’s übrigens umsonst und ist nur 13 Seiten lang.26881232

In den 13 Seiten schaffen sie allerdings, was sie in der Netflix Serie 13 Folgen lang nicht schaffen – Achtung Spoiler – die optische Einbindung von Daredevil – Spoiler Ende.
Der Vorteil beim Comic ist, dass man dieses Aufgebot an Weibern nicht ertragen muss. Eigentlich bin ich immer für den Ausbau starker Frauenrollen besonders im Marvel Universum. Ja, sie kommen sonst zu kurz, das kann niemand abstreiten. Und wenn sie mal vorhanden sind, dann sehr stereotypisch (Black Widow) und oft nervig (Karen bei Daredevil) Einzig für die Darstellung von Night Nurse (Claire Temple in Daredevil und mehr oder weniger neu erfunden dafür) kann ich bisher eine Lanze brechen, weil die Frau genau das sagt, was mir meistens zu selben Zeit durch den Kopf geht. Meistens ein nett verpacktes WTF?
Kurz gesagt bezüglich der Netflix: die Weiber in Jessica Jones gehen mir auf den Sack.
Selbst David Tennant als Killgrave nervt nach einer Weile bei dem Ensemble. Die gingen mir alle so auf die Nüsse, das ich schon laut nach einer Männerquote geschrien habe. Immer dieses „Ach bin ich stark, aber süss. Ich gebe aufs Maul, aber hab mich lieb! Ich saufe mehr als du, aber achte auf die Linie‘ *brech*
Im Comic bleibt einem das netterweise erspart. Klar, auf 13 Seiten ist da auch nicht viel Platz. Deswegen schneidet er auch ganz gut ab bei mir.
Trotzdem hat er schlechte Reviews bei goodreads. Beim deutschen Amazon sowieso, weil sie es nicht fertig kriegen, die Leute darauf hinzuweisen, dass man den Comic besser auf einem Kindle Fire oder Kindle App auf dem Tablet etc. lies und nicht auf einen schwarz-weißen Kindle Voyage wo Comics generell fehl am Platze sind.

 

Jonathan Strange & Mr. Norrell – Susanna Clarke (2004)

200px-Jonathan_strange_and_mr_norrell_cover
Für die, die lieber die bildliche Umsetzung sehen: Das Buch gibt es als Miniserie mit 7 Folgen produziert von BBC One derzeit bei Amazon Prime Video zu sehen. Ich wollte eigentlich erst das Buch lesen und dann die Serie gucken, aber einen 1.000 Seiter verfrühstücke selbst ich nicht so schnell. Zumal ich hierbei die englische Version nicht empfehlen kann und selbst nach ein paar Kapiteln das deutsche Exemplar ordern musste.

Der Stil liegt irgendwo zwischen Jane Austen (abzüglich der Schmozette) und Charles Dickens (plus ein gewisses Maß an Komplexität) Hinzu kommen die Geschichten in der Geschichte in Form von manchmal unterhaltsamen, manchmal schier unerträglich langen und langweiligen Fußnoten über Bücher und Personen, die gar nicht existieren.

Das ganz Buch ist hochgradig britisch, und wer mit Briten generell nichts anfangen kann, sollte tunlichst die Finger davon lassen. Es geht um Magie, ja, aber auch um Freundschaft und Wahnsinn- alles gebettet in eine alternative Zeitschleife zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es werden reale Ereignisse wie der Krieg gegen Napoleon und die Schlacht von Waterloo mit eingebunden. Aber was in England an sich passiert, ist meist fiktional auch wenn viele historische Personen darin auftauchen.

Wer also die Steifheit des Buches umgehen will und sich primär für den Inhalt interessiert, dem lege ich die Serie ans Herz. Das Buch ist nämlich ein ganz schöner Brocken. Am Anfang hat es Schwierigkeiten in die Gänge zu kommen und auch zwischendrin gibt es hin und wieder ein paar Längen. Als ich dann endlich fast fertig war, war ich trotzdem furchtbar traurig, dass es so enden muss und das es keine Fortsetzung gibt. Der Vergleich hinkt vielleicht, aber es ist, als ob man Harry Potter in ein Buch gepackt hat. Am Anfang: naja, in der Mitte: cool, weiter so und am Ende: oh nein!!! Natürlich ist es nicht unbedingt für Kinder geeignet – es ist einfach ziemlich dunkel und oftmals rau. Außerdem wird nicht nett mit Zauberstäben gezaubert, sondern mit Spucke, Blut und abgeschnittenen Fingern. Außerdem gibt es italienische Zombies, bis um Hals tätowierte Propheten, Crazy Cat Ladies mit dem Schlüssel zum Wahnsinn und modische aber durchgeknallte Elfen.

Susanna Clarke behauptet zwar seit Jahren (seit 2004 wohlgemerkt) an einem Sequel zu arbeiten, aber das glaube ich erst, wenn ich es in den Händen halte.

Und wer ist Schuld daran? Amazon, ja auch. Die Werbung bei Prime war schon massiv, aber es war mal wieder Neil Gaiman! Dieser hat schamlos Werbung für das Buch gemacht. OT Herr Gaiman:

„unquestionably the finest English novel of the fantastic written in the last 70 years“

Ich lass das mal sacken.

Reading Challenge: 27. a book with magic (einer Menge Magic kann ich da sagen)

Reading Challenge: Patrick Süskind – Das Parfum, Hannah Kent – Das Seelenhaus

Patrick Süskind – Das Parfum

2896

Jahrelang habe ich mich gewehrt gegen dieses Buch. Wir mussten es zwar nicht in der Schule lesen (warum eigentlich, ich wäre froh gewesen), aber nach dem Film hatte ich auch wenig Ambitionen.
Okay der Film hatte Alan Rickman !! Allein das war Grund genug ihn überhaupt zu gucken. Ben Whishaw mochte ich eigentlich noch nie – das ist eins der Vorteile am Buch – man muss den Charakter nicht sehen, wenn man nicht will. Den beschrieben wird er gottlob anders. Ich war auch überrascht, dass das Buch in Wahrheit nur ein Büchlein ist. An den Süskindischen Erzählstil konnte ich mich ja schon mit ‚Die Taube‘ gewöhnen. Zum Inhalt muss ich mich ja wohl nicht auslassen – immerhin haben die meisten das Buch gelesen oder zumindest den Film mal gesehen. Trotz allem finde ich dass sie das Buch auch gut visuell umgesetzt haben. Auch wenn ich finde, dass sie viele Sachen mehr ausgeschmückt und andere (fast) weggelassen haben.
Und ehrlich, den Schluss finde ich immer noch blöd. Bei so etwas scheint mir immer, der Autor hätte einfach keine Lust oder keine Idee mehr gehabt, was er mit seiner Titelfigur anstellen soll – deswegen muss er/sie möglichst schnell und vielleicht auch kreativ über die Klinge springen. Das mag zwar bei Kurzgeschichten irgendwie Sinn machen, aber nach Ü300 Seiten oder 90min Film fühlt man sich a wenig verarscht.
Damit ist auch ein Punkt meiner Reading Challenge abgehakt – Nr. 9 ein Buch, das auch meinem Geburtsjahr stammt. Bin ich jetzt froh, dass ich nicht Gottes Werk und Teufels Beitrag lesen musste,ha! Und ich zähle frecherweise auch noch Nr. 47 ein Buch, was ich in der Schule lesen sollte – da ich ALLE Bücher in der Schule gelesen HABE (auch die, die mir nur vielleicht lesen sollten) könnte ich diesen Punkt sonst nie erfüllen. Also zähle ich es mit, weil Das Parfüm jetzt unter Schullektüre läuft.
Für meine Urlaubslektüre war das eine denkbar gute Wahl. Es war kurz, bekannt und leicht zu lesen. Obwohl – im Vergleich zu Virginia Woolfs Orlando, was ich gleich im Anschluss noch in Italien begonnen habe, ist wahrscheinlich alles leicht und angenehm. Über Orlando schweige ich mich aus.

Mein Buch war übrigens ein Exemplar, dass ich in einem öffentlich Bücherschrank vor ein paar Jahren fand. Recht neuwertig. Allerdings musste ich beim Lesen feststellen, dass irgendein Honk auf den letzten paar Seiten zwei Seiten mit Klebestift zusammengeklebt hat! Bei so etwas bekomme ich Anfälle und eine Menge grauer Haare! Argh! Wer sowas macht, den soll der Blitz beim Scheißen treffen!

Das Parfüm 4 von 5 Sternen

Hannah Kent – Das Seelenhaus

22551032

Eines der wenigen Bücher, die ich tatsächlich noch im Buchladen gefunden und gekauft habe. Tatsächlich war es sogar ein kleiner Kaufrausch an diesem Tag. Was schon was heißen soll und rot im Kalender angestrichen wurde.
Das Buch ist passend zum trüben, arschkalte und unwirklichem Wetter derzeit in Deutschland- ja wir können auch gerade auf Island sein.
Es wird die Geschichte der Agnes Magnúsdóttir erzählt, die als letzte Person überhaupt auf Island hingerichtet wurde. Von Anfang an weiß man also auf was die Geschichte hinaus läuft. Hannah Kent hat einen meisterlichen Erzählstil, der auch durch die deutsche Übersetzung nicht verschandelt wird. Einzig der Originaltitel „Burial Rites“ nach „Das Seelenhaus“ zu ändern…naja verstehe ich nicht wirklich. Es wird zwar kurz im Buch erklärt, woher dieses Begriff kommt – vielleicht soll es poetisch sein, aber es tut nichts zur Handlung. Eigentlich ist die Story durch das bekannte Ende ja bekannt. Man erwartet zwar den großes Knall a la „Aber die war doch unschuldig!!!“ aber der kommt nicht und es ist auch gut so. Gezeigt wird das harte Leben der armen Landbevölkerung in den 1820er Jahren in Island. Ich finde die Personen vielschichtig dargestellt, allerdings nicht alle – da war noch Luft nach oben. Wichtig ist jedoch, dass Agnes eine Stimme bekommt.

Das Seelenhaus – 4 von 5 Sternen
Reading Challenge – Nr 36 based on a true story

Kate Mulgrew – Born With Teeth

Was? Captain Janeway bringt eine Autobiografie raus?? Muss ich haben!

Raised by unconventional Irish Catholics who knew „how to drink, how to dance, how to talk, and how to stir up the devil,“ Kate Mulgrew grew up with poetry and drama in her bones. But in her mother, a would-be artist burdened by the endless arrival of new babies, young Kate saw the consequences of a dream deferred. Determined to pursue her own no matter the cost, at 18 she left her small Midwestern town for New York, where, studying with the legendary Stella Adler, she learned the lesson that would define her as an actress: „Use it,“ Adler told her. Whatever disappointment, pain, or anger life throws in your path, channel it into the work.

It was a lesson she would need. At twenty-two, just as her career was taking off, she became pregnant and gave birth to a daughter. Having already signed the adoption papers, she was allowed only a fleeting glimpse of her child. As her star continued to rise, her life became increasingly demanding and fulfilling, a whirlwind of passionate love affairs, life-saving friendships, and bone-crunching work. Through it all, Mulgrew remained haunted by the loss of her daughter, until, two decades later, she found the courage to face the past and step into the most challenging role of her life, both on and off screen.

We know Kate Mulgrew for the strong women she’s played–Captain Janeway on Star Trek; the tough-as-nails „Red“ on Orange is the New Black. Now, we meet the most inspiring and memorable character of all: herself. By turns irreverent and soulful, laugh-out-loud funny and heart-piercingly sad, BORN WITH TEETH is the breathtaking memoir of a woman who dares to live life to the fullest, on her own terms.

Mir fällt es generell immer sehr schwer Biografien zu bewerten. Denn auch wenn man das Buch an sich beurteilen möchte, erwischt man sich oft, dass man das Leben des anderen bewertet. Das kann sich durchaus positiv auf das Buch auswirken, wie im Fall von Frank McCourt (seine dreiteilige Biografie Angela’s Ashes, ‚Tis , Teacher Man – unnachahmlich geschrieben und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich diesen Mann gerne mal getroffen hätte). Gut ich würde Kate Mulgrew immer noch gerne treffen. Gerne auch mal bei eine Fedcon. Ja. Doch.

Dafür, dass ich vergleichsweise viel Geld für eine englische Kindle Edition hingeblättert habe, bin ich doch ein wenig unzufrieden mit diesem Buch. Es ist arg kurz und sämtliche Lebensstationen werden im Galopp abgearbeitet. Nichts wird wirklich ausgeführt. Man hat das Gefühl, dass sie es zwar selbst geschrieben hat, aber von ihrem Agenten/Verleger dazu genötigt wurden ist. Hauptaufhänger in vielen Zusammenfassungen war die Suche nach ihrer zu Adoption freigegebenen Tochter. Das einzig persönliche Thema was kurzzeitig mal eingehender angesprochen wurde. Das Wiedersehen ist eigentlich auch ganz rührend, wird aber wieder nicht weiter vertieft. Und kurz danach ist auch Schluss. Ihre anderen Kinder werden kaum erwähnt. Vielleicht wurmt es mich einfach nur, dass jemand der so starke Persönlichkeiten spielt, nicht mal halb so viel Rückrat im richtigen Leben zeigt. Was allerdings wieder für ihre schauspielerische Qualitäten stehen. Der Titel „Born with Teeth“ hat sich aus meiner Sicht nicht bewahrheitet. Zumindest nicht im metaphorischen Sinne.

Ich möchte jetzt nicht über ihr Leben urteilen – vieles hätte ich vielleicht anders gemacht – man hat jedenfalls nicht das Gefühl sie nach der Lektüre besser zu kennen. Man kennt zwar jetzt ihren groben Werdegang, aber das weiß man nach dem Lesen ihres englischen Wikipediaartikels auch. Klar, aus der ich-Perspektive ist es nochmal anders. Aber wenn ich zum Beispiel an Frank McCourt denke, in dessen Leben gewiss nicht soviel Aufregung gab oder Patti Smith. Okay, Frank McCourt ist ein Autor im Autoren Sinne. Er war Englischlehrer und Lehrer für Kreatives Schreiben und Pulitzerpreisträger – akzeptiert. Der Vergleich hinkt. Aber Patti Smith und ihr Just Kids – meine Güte Kate. Lass es. Lass jemand anderes für dich Schreiben. Oder bring gar keine Biografie heraus. Dass ich das Buch mit 4 von 5 Sterne bewerte, liegt nur daran dass ich sie nach wie vor mag.Jedoch den faden Beigeschmack, den ich seit Monaten mit mir rumtrage, werde ich einfach nicht los. Vielleicht sollte ich die Bewertung überdenken.

Reading Challenge: Nr. 26 (non-fiction book), Nr. 48 (a memoir)

Übrigens zu Patti Smith und Just Kids:

Another high-profile project in the works at Showtime is a limited series based on “Just Kids,” musician Patti Smith’s memoir of coming of age as an artist in 1970s New York City. “Penny Dreadful” creator John Logan is working on the adaptation with Smith. The series will revolve around Smith and her friendship with famed photographer Robert Mapplethorpe at a fertile moment in New York’s artistic scene.

Smith happened to be a “Penny Dreadful” fan, and the chance for her to work with Logan helped Showtime land the sought-after rights to her bestselling memoir.

Quelle: Variety.com

Ich bin schon ganz raschelig deswegen!

E.M. Forster – Zimmer mit Aussicht [classics]

Man könnte hier jeden Blogeintrag mit „seit Ewigkeiten auf meinem SuB“ beginnen…

Jedoch ist dies eins der klassischen Bücher, die man vielleicht einmal liest und dann nie wieder. Aber nein, man muss Zimmer mit Aussicht nicht gelesen haben, um mitreden zu können. Denn in Wirklichkeit redet niemand jemals über diese Buch. Ich wusste nur, dass es existiert, weil ich mal in die Verfilmung mit Helena Bonham Carter und Maggie Smith reingeschaltet habe.

Beschrieben wird das Buch als Edwardian social comedy – ich suche immer noch verzweifelt nach dem „comedy“ Es war einfach nur eine Geschichte. Eine Geschichte eines beeinflussbaren Görs um die Jahrhundertwende. Verschickt mit ihrer ältlichen, unverheirateten Cousine Charlotte nach Italien getarnt als Bildungsreise. Sie wohnen in einer Pension geführt von einer englischen Frau, die versucht italienischer als die Italiener zu sein. Umgeben gleichfalls steifen Engländern in der Pension, in der Stadt, überall. Englische Pfarrer (massig), englische Touristen, englische Autoren. Alles nur keine Italiener in diesem Buch. Man merkt allerdings sehr, dass E.M. Forster hier seine eigene Reise durch das Land verarbeitet. Das Gör, Lucy, und Charlotte lernen in eben dieser Pension zwei Männer kennen, die nicht ihren gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen. Zudem bieten sie den Damen unaufgefordert ihr besagtes Zimmer mit der schönen Aussicht an. Charlotte echauffiert sich und will das Zimmer nicht annehmen. Es endet jedoch damit, dass sie das Zimmer, dass sie ja eigentlich wollen, doch nehmen – weil sie es aufgenötigt bekommen. Der jüngere dieses männlichen Zweigespanns, der Sohn George, verliebt sich kurz danach in Lucy. Ich habe keinen blassen Schimmer, was Lucy an George oder George an Lucy findet. Sie passen null zusammen, und als die beiden Grazien nach einem Kuss zwischen Lucy und George nach Rom abreisen, glaubt man sich schon gerettet.

Der mittlere Teil hat mir ein bisschen besser gefallen. Lucy ist zurück in Surrey bei ihrer Familie. Charlotte wurde kaltgestellt und wohnt allein in ihrer Wohnung Gott weiß wo (vermutlich London). Lucy hat ihr nicht verziehen, wie sie sich nach dem Kuss aufgeführt hat. Wirklich traurig ist Lucy wegen George allerdings nicht. Sie ist verlobt mit einem begehrten Gentleman und leugnet ihrer Gefühle für George, soweit diese überhaupt vorhanden waren. Der Verlobte bevormundet sie, hält sie klein und lässt sie dumm dastehen. Eigentlich mag ihn auch gar niemand. Nur traut sich keiner etwas zu sagen, weil er ja so ein Gentleman ist. Christian Grey ohne Peitsche, wenn ihr mich fragt. Allerdings ist Lucy doch cleverer als Ana Steele aus Fifty Shades of Crap und verlässt den Typen, weil George in ihre Nachbarschaft gezogen ist und mehr oder weniger vor ihr auf die Knie fällt. Ich hätte so gerne mal ein spritziges Ende gehabt. Nein, Klassiker lese ich eigentlich recht gerne. Aber… weiß auch nicht, was ich hier erwartet habe…

Die Story war mau, aber der Schreiberling zweifelsohne talentiert. Es scheint als könnte er schreiben – er wusste nur nicht worüber.

 

Reading Challenge:

Nr. 3 (a classic romance)
Nr. 10 (a book written by someone under 30) E.M. Forster war 29 als das Buch rauskam
Nr. 17 (a book with a love triangle)
Nr. 44 (a book more than 100 years old)

Wasserstandsmeldungen – heute: Thariot – Genesis – Die verlorene Schöpfung [Sci-Fi]

Ach ja, die Reading Challenge. Da war doch was…irgendetwas mit Blog und Bewertungen und so. Ja, ohne Goodreads wäre ich jetzt an dieser Stelle etwas aufgeschmissen. Ich weiß zwar noch nach Jahren den Plot eines Buches, aber versage zusehen nach ein paar Wochen Rezis zu schreiben.

Also der Reihe nach:

Thariot – Genesis – Die Verlorene Schöpfung

20733502

Eines Tage bei Amazon-Kindle-Schnäppchen gefunden als Science-Fiction erkannt und für schier lächerliche 1,99 EUR geschossen. Zugegeben es lag eine ganze Weile auf dem SuB solange bis ein zweiter Band über eine eben solche Aktion bei Amazon zu haben war.

Erwartet habe ich eine halbwegs ansprechende, aber dennoch etwas unausgegorene Science-Fiction-Pampe a la Perry Rhodan (obwohl ich in der Hinsicht nur die Neo-Auflage kenne, welche nach dem ersten Band stark nach- und mich immer noch verzweifelt lässt, was ich denn jetzt bloß mit den 14 weiteren Bänden mache, die hier noch rumliegen)

Anfangs hatte ich noch den Verdacht einem Teenie-Roman im All serviert zu bekommen – die Kurzbeschreibung auf Amazon animiert nicht wirklich und wird dem Buch in keinster Weise gerecht.

Wie gesagt, ich habe etwas recht billiges erwartet – und dann auch noch gesehen, dass das Buch in Eigenregie ohne Verlag erschienen ist – kurz: ich war vorsichtig. Serviert bekam ich allerdings einen sehr gut lektorierten, hochentwickelten Roman, der mir das Herz aufgehen lässt. Es gibt so viele Punkte, die ich als erfrischend empfunden habe, dass ich nebenher eine Liste führen musste.

  • wie schon erwähnt, sehr gut lektoriert und aufgebaut
  • ein deutsche Autor – was ich äußerst erfreulich finde, weil gefühlt jedes gute Sci-Fi Buch aus dem englischsprachigen Sprachraum zu kommen scheint. Man merkt, dass man es hier nicht mit einen schnöden Übersetzung zu tun hat. Es lies sich dadurch viel lockerer an manchen Stellen – auch wenn die militärischen Dialoge sehr an die Übersetzung angelehnt sind, die wir Deutschen als Syncho im Fernsehen/Film serviert bekommen.
  • man merkt, dass der Herr Autor ein IT-ler ist. Das wird mancher vielleicht schlimm finden – ich finde Tech-Talk großartig und lese ihn gerne. Vor allem wenn auch es so geschrieben ist, dass jemand wie ich es auch versteht.
  • falls es doch mal etwas gibt, was einer Erklärung bedarf, gibt es gut verlinkte Fußnoten mit knackigen Erläuterungen. (wobei ich gefühlt 75% nicht gebracht hätte, sofern es um Physik ging, wusste ich was er wollte) Ich behaupte mal, dass fachchinesisch bis zu einem bestimmten Grad sehr angenehm verwendet wurde, während man in Dialogen doch sehr deutsche Redewendungen findet, die die Sache auflockern
  • die Zeitreisen fand ich, nach heutigem Wissensstand, realistisch rüber gebracht – und um aktuelle Vergleiche zu ziehen – erinnerte es mich ein wenig an Interstellar – wobei ich die Verarbeitung in diesem Buch als wesentlich besser empfand.
  • mir gefällt die Zukunftsvision der Erde sehr. Nach all den Dystopien, die ich in letzter Zeit las, ist es mal was anderes. Natürlich keine Utopie, aber ähnlich wie ich mir die Zukunft der Erde vorstellen kann. Es gibt natürlich immer noch Konflikte (weiß gar nicht mehr – wurde ein Krieg explizit erwähnt?) auf der Erde aber das Konzept der „einen Nation“ auf der Erde gefällt mir. Sprich, es gibt nur eine Nationalität – „Erdenbürger“ – quasi. Sprachentechnisch gibt es auch eine Art Neusprech, die offenbar international verwendet wird. Allerdings kommt das Sprachenwirrwarr insgesamt nicht so raus, da ausnahmslos in deutsch geschrieben ist. Eine eigene Sprache zu entwickeln, wäre dann doch ein bisschen zu viel des guten. Aber mir gefällt halt die Idee.

Zum eigentlich Plot kann ich eigentlich gar nichts schreiben ohne irgendwie zu viel zu verraten. Klar, es gibt auch stereotypen in der Geschichte, aber alles in allem konnte ich nicht vorhersehen, was als nächstes geschehen wird. Thariot hat immer noch ein Schippchen oben drauf gelegt. In kürze beginne ich den nächsten Band- ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht!

Die Beschreibung von Goodreads/Amazon

Elias‘ Welt ist sieben Jahre alt. Sieben sehr kalte Jahre, die viele seiner Geschwister nicht überlebten. Was vor dem Absturz geschah, weiß er nicht, seine Erinnerungen beginnen mit dem Tag, an dem der Computer ihn aus dem Tiefschlaf holte.

Seitdem vergeht kein Tag an dem er nicht auf der Suche ist. Auf der Suche nach einem Platz zum Überleben und einem rothaarigen Mädchen, von dem er beinahe jede Nacht träumt.

Als eines Tages eine Rettungsmission in der Arktis auftaucht, realisiert Elias genau zwei Dinge: Er ist alles andere als ein normaler Mensch und seine Retter würden keine Sekunde zögern ihn zu töten.

Die Welt der talentierten Ärztin Anna hingegen kennt keine Entbehrung. Trotzdem wendet sie sich von ihrer privilegierten Karriere ab und stürzt sich in das Abenteuer ihres Lebens.

Um zu den ersten Menschen zu gehören, die eine fremde Sonne aufgehen sehen, ist sie bereit jeden Preis zu zahlen. Jeden.

Ein Sci-Fi Thriller, der die Geschichte einer Reise erzählt: Die Reise der Horizon, dem ersten Raumschiff der Menschheit, das im Jahr 2268 aufbricht unser benachbartes Sonnensystem Proxima Centauri zu erforschen.

Reading Challenge -Wasserstand

Nr. 1 (a book with more than 500 pages) – bin mir nicht mehr sicher, ob das stimmt. Die Seitenzahl war mit 590 angegeben, aber bei ca. 85 % war Teil eins zu Ende und eine Leseprobe war angeführt. Leider keine vom zweiten Teil sonst hätte ich direkt durchgezogen

Nr. 46 (a book based entirely on its cover) ich gebe zu, dass das Cover die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst hat *hust*

A Scanner Darkly – Der dunkle Schirm

Um bei der Challenge die Punkte besser abarbeiten zu können, werde ich in Zukunft immer auf diesen Beitrag hier verlinkt und im aktuellen immer nur die erledigten Nummer erwähnen. Heute erledigt:

Nr. 5 (a book that became a movie), Nr. 24 (a book set in a different country), Nr. 31 (a book from an author you’ve never read before) Nr. 33 (a book you own but never read) und Nr. 38 (a book at the bottom of your to-read-list).

Das klingt für’s erste ja viel, deckt aber eigentlich nur die Punkte ab, die fast jedes Buch in meiner kleinen Sammlung betreffen.

  1. a book with more than 500 pages
  2. a book you can finish in a day
  3. a classic romance
  4. a book with antonyms in the title
  5. a book that became a movie
  6. a book set somewhere you’ve always wanted to visit
  7. a book published this year
  8. a book with a number in the title
  9. a book that came out the year you were born
  10. a book written by someone under 30
  11. a book with bad reviews
  12. a book with non-human characters
  13. a triology
  14. a funny book
  15. a book from your childhood
  16. a book by a female author
  17. a book with a love triangle
  18. a mystery or thriller
  19. a book set in the future
  20. a book with a one-word title
  21. a book set in high school or any other school
  22. a book of short stories
  23. a book with a color in the title
  24. a book set in a different country
  25. a book that made you cry
  26. a non-fiction book
  27. a book with magic
  28. a popular author’s first book
  29. a graphic novel
  30. a book from an author you love but haven’t read yet
  31. a book from an author you’ve never read before
  32. a book a friend recommended
  33. a book you own but never read
  34. a Pulitzer-prize winning book
  35. a book that takes place in your hometown
  36. a book based on a true story
  37. a book that was originally written in a different language
  38. a book on the bottom of your to-read-list
  39. a book set during Christmas
  40. a book your mom loves
  41. a book written by an author with your same initials
  42. a book that scares you
  43. a play
  44. a book more than 100 years old
  45. a banned book
  46. a book based entirely on its cover
  47. a book you were suppose to read in school but didn’t
  48. a memoir
  49. a book based on or turned into a TV show
  50. a book you started but never finished

Zum heutigen Buch:

Eigentlich erschreckend wie viele Philip K. Dick Geschichten, aus denen Filme wurden, ich schon unwissentlich kannte (Total Recall, Der Plan, Minority Report, Blade Runner, Paycheck, A Scanner Darkly usw. Filme die ausnahmslos in meiner DVD Sammlung stehen). Klar, der Name ist mir schon häufig über die Füße gefallen, aber nie so, dass bei mir die Alarmglocken schrillten. Im Bodensatz meines SuBs lag also schon seit Jahren a scanner darkly – eigentlich weil ich den Film cool fand. Aber dazu später mehr.

Den Punkt a book set in the future hab ich mal bewusst nicht abgestrichen, weil das Buch 1994 spielt – aus heutiger Sicht sagen wir ein bisschen überholt, so um 20 Jahre. Das mag ja 1977 beim Erscheinen des Buches zugetroffen haben – weniger im Jahre 2015. In der deutschen Übersetzung merkt man das Alter dann doch. Seltsame Redewendungen, weil der Übersetzer Sachen unnötigerweise übersetzt hat, während andere Phrase schonungslos im OT gelassen wurden – wahrscheinlich sollte es cool klingen. All right? Der Übersetzer fühlte sich auch bemüssigt, heute auch in Deutschland allseits bekannte Sachen für deutsche Holzköppe zu erklären. Was ist Thanksgiving, zum Beispiel. Ich würde daher das Buch in der Originalausgabe empfehlen.

Zur Handlung – Im Grunde kann man es schnell so zusammenfassen,  dass man live einem verdeckten Polizeibeamten dabei zuschaut, wie er langsam aber dann in großen Schritten drogenbedingt den Verstand verliert, sodass er in seinem Zustand nicht mehr mitkriegt, dass er sich – der Technik sei Dank- selbst observiert. Alles hübsch gefördert durch eine allmähliche Bewusstseinspaltung und Paranoia. Es schwank ständig zwischen äußerer Beobachtung durch „Fred“, dem durch den Jedermann-Anzug verborgenen Beamten und der eigentlichen handelnden Person „Bob Arctor“ im Fleischanzug. Am Anfang glaubt man noch weitgehend Bob hätte alles im Griff. Die Abhängigen und die Kaputten wären die Anderen – seine Freunde, samt Psychosen meines Erachtens nach sehr gut beschrieben.
Ein bisschen irritiert, war ich dann von dem pseudowissenschaftlichem Hirnforschungsgeschwafel – da muss man wohl respektieren, dass das Buch ein paar Tage alt ist und es einfach hinnehmen.

Ohne zu spoilern kann ich wohl kaum weiter ins Detail gegen. Außer Substanz T (für Tod, im Original dann D für Death – ist klar) haben wir mittlerweile auch – nennt sich Privatfernsehen und produziert Nachschub für „Bauer sucht Frau“, „Dschungel Camp“ und „Shopping Queen“.

Ich meine auch kleinere Abweichungen vom Film bemerkt zu haben, obwohl ich den schon mindestens seit 5 Jahren nicht mehr gesehen habe. Wer diesen noch nicht kennt: allein schon aufgrund des Stils kann ich den nur jeden ans Herz legen (auch denen, die Keanu Reeves nicht so mögen). Abgesehen von denen spielen sodann noch mit Robert Downey jr. , Winona Ryder und Woody Harrelson. Zudem wurde der ganze Film zwar als solcher gedreht, aber dann mit Rotoshop quasi überzeichnet und animiert. Allein schon das Verfahren Rotoskopie inkl. eines meiner Lieblingsthemen  (Uncanny Valley) hat mich in Folge dessen mehrere Tage lang beschäftigt. Aktion „Hütchen und Stöckchen“ – ihr denkt das.

Alles in allem gefiel mir das Buch trotz des ganzen Drogenthemas recht gut. Es ist nur ein wenig erschreckend, dass ein Autor anno 1977 Sachen ersinnen kann, die dann doch gar nicht so unweit der heutigen Realität sind. 1994 vielleicht nicht, aber 2015 auf jeden Fall. Naja mal abgesehen vom Jedermann-Anzug – wobei ich mich immer noch frage, wie man essen und aufs Klo gehen kann während man ihn trägt. Im Buch geht das ja offensichtlich.

4 Sterne