Thariot : Die Genesis Trilogie

Man erinnere sich an meinen überschwänglichen Review von vor ein paar Monaten über eine deutsche Buchentdeckung via Amazon namens Thariot – Genesis – Die verlorene Schöpfung.  Ich war so begeistert, dass ich einem Freund zum Geburtstag den ersten Band schenken wollte. (Wollte, denn in geistiger Umnachtung habe ich ihm den dritten Band geschickt. Ist besonders clever, wenn man die ersten Bände nicht kennt. Ich gebe zu, sowas ist mir auch noch nicht passiert. Man wird halt alt.)
Mittlerweile habe ich alle drei Bücher intus und damit auch Punkt 13 meiner Reading Challenge erledigt (eine Trilogie lesen).

Das zweite Buch Brennende Welten hat mir weit weniger gefallen als Teil eins. Die Messlatte lag natürlich ziemlich hoch und leider konnte Thariot das Niveau nicht halten. Im Gegenteil.

22610443

Die ersten Hälfte war noch ziemlich gut und kann getrost als vernünftige Fortsetzung des ersten Teils betrachtet werden. Danach lässt sich nur vermuten, dass der Autor nicht wusste, wohin er mit er Story eigentlich noch hin will.
Ich kann mir zwar immer noch eine filmisch Umsetzung hier vorstellen, aber dennoch, was sollte das mit dem Kind? Von Anfang an fand ich diesen Handlungstrang unsinnig und seltsam. Klar, führt das alles irgendwo hin, aber erst im letzten Teil der Trilogie. Im zweiten nervt es einfach nur und man fragt sich WARUM?

Deswegen komme ich auch direkt zum dritten. Der ist noch relativ frisch bei mir und im Gegensatz zu seinem Vorgänger versuche ich ihn nicht zu verdrängen.

Denn es wird tatsächlich besser. Die Story wird wieder spannend – wenn auch zwischenzeitlich mit zwei, drei Hängern. Aber alles in allem stimmt das Gesamtbild wieder.

23717011

Mir gefällt der kleine Zeitsprung in die mitteleuropäischen bzw. germanisch-teutonische Vergangenheit. Gerne hätte hier weniger Mystizismus gehabt aber irgendwie musste man den Eingeborenen ja die Zukunft näher bringen. Außerdem gibt es noch einen Zeitsprung in die Zukunft, der mir anfangs nicht so gefallen hat, aber dann später zündete. Es ist schwierig für mich Lobhuddelei zu schreiben ohne wirklich zu spoilern.

Am Ende fügt sich alles wieder zusammen, sodass selbst nach dem zweiten Band ein angenehmes Gefühl zurückbleibt. Man kann abschließend sagen, dass die Geschichte zumindest keinem schon hundertmal gelesen und gesehenem Schema F folgt.

Ich bin froh, dass es deutsche Autoren gibt, die (trotz des Hängers im zweiten Teils) hochwertige Bücher abliefern können, die fernab der manchmal sehr mittelmäßigen deutsche Sci-Fi Serienliteratur stehen. Nicht dass ich Perry Rhodan Neo und die Heliosphere 2265 nicht gut wären. Ich lese beides gerne und mittlerweile auch viel (was beweist, dass man auch als Frau Sci-Fi lieben kann, oder vielleicht bin ich auch in Wirklichkeit keine Frau und halte mich nur dafür, wer weiß). Nur gerade bei Perry Rhodan Neo kriegt man aufgrund der unterschiedlichen Autoren schon sehr unterschiedliche Qualitäten geliefert. Aber ich schweife ab.

Wenn es um die Frage geht: soll ich Thariot Trilogie denn nun kaufen oder lesen? 

Verdammt ja! Ich bin an manchen Stelle bestimmt überkritisch, aber es lohnt sich auf jeden Fall!

Advertisements

Wasserstandsmeldungen – heute: Thariot – Genesis – Die verlorene Schöpfung [Sci-Fi]

Ach ja, die Reading Challenge. Da war doch was…irgendetwas mit Blog und Bewertungen und so. Ja, ohne Goodreads wäre ich jetzt an dieser Stelle etwas aufgeschmissen. Ich weiß zwar noch nach Jahren den Plot eines Buches, aber versage zusehen nach ein paar Wochen Rezis zu schreiben.

Also der Reihe nach:

Thariot – Genesis – Die Verlorene Schöpfung

20733502

Eines Tage bei Amazon-Kindle-Schnäppchen gefunden als Science-Fiction erkannt und für schier lächerliche 1,99 EUR geschossen. Zugegeben es lag eine ganze Weile auf dem SuB solange bis ein zweiter Band über eine eben solche Aktion bei Amazon zu haben war.

Erwartet habe ich eine halbwegs ansprechende, aber dennoch etwas unausgegorene Science-Fiction-Pampe a la Perry Rhodan (obwohl ich in der Hinsicht nur die Neo-Auflage kenne, welche nach dem ersten Band stark nach- und mich immer noch verzweifelt lässt, was ich denn jetzt bloß mit den 14 weiteren Bänden mache, die hier noch rumliegen)

Anfangs hatte ich noch den Verdacht einem Teenie-Roman im All serviert zu bekommen – die Kurzbeschreibung auf Amazon animiert nicht wirklich und wird dem Buch in keinster Weise gerecht.

Wie gesagt, ich habe etwas recht billiges erwartet – und dann auch noch gesehen, dass das Buch in Eigenregie ohne Verlag erschienen ist – kurz: ich war vorsichtig. Serviert bekam ich allerdings einen sehr gut lektorierten, hochentwickelten Roman, der mir das Herz aufgehen lässt. Es gibt so viele Punkte, die ich als erfrischend empfunden habe, dass ich nebenher eine Liste führen musste.

  • wie schon erwähnt, sehr gut lektoriert und aufgebaut
  • ein deutsche Autor – was ich äußerst erfreulich finde, weil gefühlt jedes gute Sci-Fi Buch aus dem englischsprachigen Sprachraum zu kommen scheint. Man merkt, dass man es hier nicht mit einen schnöden Übersetzung zu tun hat. Es lies sich dadurch viel lockerer an manchen Stellen – auch wenn die militärischen Dialoge sehr an die Übersetzung angelehnt sind, die wir Deutschen als Syncho im Fernsehen/Film serviert bekommen.
  • man merkt, dass der Herr Autor ein IT-ler ist. Das wird mancher vielleicht schlimm finden – ich finde Tech-Talk großartig und lese ihn gerne. Vor allem wenn auch es so geschrieben ist, dass jemand wie ich es auch versteht.
  • falls es doch mal etwas gibt, was einer Erklärung bedarf, gibt es gut verlinkte Fußnoten mit knackigen Erläuterungen. (wobei ich gefühlt 75% nicht gebracht hätte, sofern es um Physik ging, wusste ich was er wollte) Ich behaupte mal, dass fachchinesisch bis zu einem bestimmten Grad sehr angenehm verwendet wurde, während man in Dialogen doch sehr deutsche Redewendungen findet, die die Sache auflockern
  • die Zeitreisen fand ich, nach heutigem Wissensstand, realistisch rüber gebracht – und um aktuelle Vergleiche zu ziehen – erinnerte es mich ein wenig an Interstellar – wobei ich die Verarbeitung in diesem Buch als wesentlich besser empfand.
  • mir gefällt die Zukunftsvision der Erde sehr. Nach all den Dystopien, die ich in letzter Zeit las, ist es mal was anderes. Natürlich keine Utopie, aber ähnlich wie ich mir die Zukunft der Erde vorstellen kann. Es gibt natürlich immer noch Konflikte (weiß gar nicht mehr – wurde ein Krieg explizit erwähnt?) auf der Erde aber das Konzept der „einen Nation“ auf der Erde gefällt mir. Sprich, es gibt nur eine Nationalität – „Erdenbürger“ – quasi. Sprachentechnisch gibt es auch eine Art Neusprech, die offenbar international verwendet wird. Allerdings kommt das Sprachenwirrwarr insgesamt nicht so raus, da ausnahmslos in deutsch geschrieben ist. Eine eigene Sprache zu entwickeln, wäre dann doch ein bisschen zu viel des guten. Aber mir gefällt halt die Idee.

Zum eigentlich Plot kann ich eigentlich gar nichts schreiben ohne irgendwie zu viel zu verraten. Klar, es gibt auch stereotypen in der Geschichte, aber alles in allem konnte ich nicht vorhersehen, was als nächstes geschehen wird. Thariot hat immer noch ein Schippchen oben drauf gelegt. In kürze beginne ich den nächsten Band- ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht!

Die Beschreibung von Goodreads/Amazon

Elias‘ Welt ist sieben Jahre alt. Sieben sehr kalte Jahre, die viele seiner Geschwister nicht überlebten. Was vor dem Absturz geschah, weiß er nicht, seine Erinnerungen beginnen mit dem Tag, an dem der Computer ihn aus dem Tiefschlaf holte.

Seitdem vergeht kein Tag an dem er nicht auf der Suche ist. Auf der Suche nach einem Platz zum Überleben und einem rothaarigen Mädchen, von dem er beinahe jede Nacht träumt.

Als eines Tages eine Rettungsmission in der Arktis auftaucht, realisiert Elias genau zwei Dinge: Er ist alles andere als ein normaler Mensch und seine Retter würden keine Sekunde zögern ihn zu töten.

Die Welt der talentierten Ärztin Anna hingegen kennt keine Entbehrung. Trotzdem wendet sie sich von ihrer privilegierten Karriere ab und stürzt sich in das Abenteuer ihres Lebens.

Um zu den ersten Menschen zu gehören, die eine fremde Sonne aufgehen sehen, ist sie bereit jeden Preis zu zahlen. Jeden.

Ein Sci-Fi Thriller, der die Geschichte einer Reise erzählt: Die Reise der Horizon, dem ersten Raumschiff der Menschheit, das im Jahr 2268 aufbricht unser benachbartes Sonnensystem Proxima Centauri zu erforschen.

Reading Challenge -Wasserstand

Nr. 1 (a book with more than 500 pages) – bin mir nicht mehr sicher, ob das stimmt. Die Seitenzahl war mit 590 angegeben, aber bei ca. 85 % war Teil eins zu Ende und eine Leseprobe war angeführt. Leider keine vom zweiten Teil sonst hätte ich direkt durchgezogen

Nr. 46 (a book based entirely on its cover) ich gebe zu, dass das Cover die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst hat *hust*